Wenn Papier zum Luxusartikel wird

Sie werden sicherlich mit der Papierthematik in letzter Zeit schon in Berührung gekommen sein. Bereits im letzten Quartal 2017 hat fast jeder bei der Papierbestellung gehört: „Tut uns leid, aber den Preis können wir nicht mehr halten“. So wie es aussieht, wird sich diese Preisschraube auch in Zukunft nach oben drehen.

Wird Papier zum „weißen Gold“?

Versuchen wir doch mal der Preissteigerung auf den Grund zu gehen. Dazu blicken wir zurück. Im Herbst 2017 gab es in einem der Herstellerwerke von Stora Enso einen sehr großen Betriebsunfall. Die Maschinen konnten daher erst im Laufe des Januar 2018 wieder eingesetzt werden. Das hatte zur Folge, dass 200.000 Tonnen (um diese Zahl etwas zu veranschaulichen, das sind 400.000Paletten) dem deutschen Markt nicht zur Verfügung standen.

Der Hersteller Mondi hatte im September aufgrund von Wartungsarbeiten einen Maschinenstillstand angekündigt. Hinzu kommen die schweren Waldbrände in Portugal. Hier sind zig tausende Hektar an Wald, insbesondere Eukalyptus, in die Flammen geraten. Wir möchten hier auch nicht vergessen, wie viele Menschen in den Flammen ihr Leben gelassen haben.

Des Weiteren fehlen große Mengen, aufgrund von Werkschließungen und massiv reduzierten Importen aus Asien, den USA und Brasilien. Allein die Hersteller in Asien erzielen auf den heimischen Märkten bessere Preise, aufgrund der gestiegenen Nachfrage.

Überkapazitäten waren gestern

Bisher waren es immer die Überkapazitäten bei den Herstellern, die den Preis und Markt bestimmten. Bevor also Maschinen leer laufen, hat man Überkapazitäten produziert. Dies ist nun nicht mehr der Fall. Hinzu kommen gestiegene Rohstoffpreise wie Frischfasern und Logistikkosten.

Aktuell werden nur noch die Markenpapiere produziert und die Großhändler müssen perfekt die Mengen planen, damit man nicht in einen Leerlauf gerät. Es wurden zu diesen Zeiten sogar Maschinen umgerüstet, um der wachsenden Nachfrage nach Kartonagen gerecht zu werden. Der Onlinehandel boomt, dass muss schließlich alles verpackt werden. Warum also „billiges Papier in Überkapazitäten“ produzieren, wenn man doch Geld verdienen kann und Kartonagen liefert.
Das ist die Crux an diesem Thema und es gibt kein Zurück mehr.

Es ist an der Zeit, selbst etwas zu tun

Schon lange wird über „das papierlose Büro“ gesprochen. Dieses Ziel liegt auch immer noch in weiter Ferne. Aber wenn jeder Einzelne von uns, seinen Papierverbrauch genauer betrachtet, ist es vielleicht doch möglich eine kleine Veränderung, insbesondere für unserer Umwelt, zu erlangen. Papier ist nicht nur einfach Kopierpapier oder der Schreibblock. Nein, das sind auch Additionsrollen, Briefumschläge, Versandtaschen, Geschenkpapiere, Toilettenpapier & Co. sowie Kartonagen.

Lassen sie uns mit unserer Welt etwas besser umgehen. Vielleicht schaut man einmal nach einem Produkt mit dem „Blauen Engel“. Sie werden überrascht sein, dass ein Umweltpapier gar nicht so schlecht ist, wie wir es noch vor 10 Jahren hatten und die Auswahl ist deutlich gestiegen. Achten Sie doch einfach mal bei ihrem nächsten Einkauf darauf.

Wir hoffen in jedem Falle, ihnen hiermit die Situation etwas verständlicher erklärt zu haben. Wenn sie Zeit haben, dann schauen Sie sich auch gern diesen Bericht vom Bayrischen Rundfunk zu diesem Thema an. Dieser Bericht ist wirklich sehr gelungen und spannend.